«Ich fange ein Bild an und beende es dann. Ich denke

nicht über Kunst nach, wenn ich arbeite. Ich versuche,

über das Leben nachzudenken

Jean-Michel Basquiat, 1987

Jean-Michel Basquiat (1960-1988)

Zusammengestellt von Anna Karina Hofbauer, 2019

Diese Chronologie basiert auf verschiedenen Quellen, im Wesentlichen auf der Chronologie von Franklin Sirmans von 1992.

 

1960 

Jean-Michel Basquiat wird am 22. Dezember 1960 in Brooklyn, New York geboren. Sein Vater Gérard stammt aus Haiti, die Eltern seiner Mutter Matilde Andrades sind gebürtige Puerto-Ricaner. Die Familie lebt in Park Slope, Brooklyn.

                   

1964

Geburt der Schwester Lisane.

 

1965

Basquiat und seine Mutter Matilde besuchen regelmässig das Brooklyn Museum, das Museum of Modern Art und das Metropolitan Museum. Seine Mutter bekräftigt sein Interesse an Kunst und betont immer wieder die Wichtigkeit der Kunst.

 

1967 

Geburt der Schwester Lisane. Basquiat besucht die private katholische Schule St. Ann’s in Brooklyn. 

 

1968

Basquiat fertigt cartoon-artige Zeichnungen an, welche inspiriert sind von Alfred Hitchcocks Filmen, von Autos und Comic-Bücher wie auch von der Figur Alfred E. Neuman aus dem Mad Magazin. Im Mai wird er von er einem Auto angefahren als er auf der Strasse spielt. Dabei bricht er sich einen Arm und erleidet verschiedene innere Verletzungen. Seine Milz muss entfernt werden. Während des einmonatigen Aufenthaltes im King’s County Hospital schenkt ihm seine Mutter Gray’s Anatomy, ein bekanntes Anatomielehrbuch, das bei ihm einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Das Interesse für Anatomie ist auch in seinem späteren Werk deutlich sichtbar. Die Eltern Gérard und Matilde trennen sich; Basquiat und seine Schwestern leben danach beim Vater.

 

1974

Der Vater Gérard wird befördert und zieht mit seinen Kindern nach Miramar in Puerto Rico. Dort besucht Basquiat eine Schule der Episkopalkirche.

 

1976-1977

Die Familie kehrt nach New York zurück und zieht wieder in ihr Haus in Boerum Hill, Brooklyn. Basquiat besucht zuerst die Edward R. Murrow High School, wechselt danach an die City-As-School in Manhattan, an welcher der Schwerpunkt auf experimentelles Lernen und praktisches Wissen gelegt wird. Dort schliesst er Freundschaft mit dem Graffiti-Künstler Al Diaz. Unter dem Pseudonym SAMO© arbeitet das Künstlerduo von nun an zusammen.

1978

Ein Jahr vor seinem Abschluss verlässt Basquiat die Schule und das Zuhause bei seinem Vater. Er kommt bei Freunden unter und wohnt unter anderem im Loft des Britischen Künstlers Stan Peskett. Hier lernt er Fred Brathwaite, bekannt unter Fab 5 Freddy wie auch Danni Rosen kennen.

 

1979

Ende der Zusammenarbeit von Basquiat und Al Diaz als SAMO©. Auf vielen Häuserwänden in SoHo ist «SAMO©IS DEAD» (Samo ist tot) zu lesen. Um Geld zu verdienen, beginnt Basquiat selbstgemalte Postkarten und T-Shirts zu verkaufen, teilweise auch in Zusammenarbeit mit Jennifer Stein (spätere Vonholstein) und John Sex. Im Mai gründet er mit Shannon Dawson, Vincent Gallo und Michael Holman die Noise-Band Channel 9 (später umgetauft zu Gray). Basquiat spielt Klarinette und Synthesizer. Im Herbst, als Basquiat vor der Schuler der Visuellen Künste herumbummelt, lernt er Keith Haring und Kenny Scharf kennen. Basquiat und Haring werden enge Freunde.

 

1980

Im Juni werden Basquiats Werke in der Times Square Show erstmals öffentlich gezeigt. Ort der Gruppenausstellung ist ein leerstehendes Gebäude am Times Square. Glenn O’Brien wählt Basquiat als Hauptdarsteller für den Film New York Beat. Veröffentlicht wird der Film erst im Jahr 2000 unter dem Titel Downtown 81. Der Film spielt in der Kunstszene von Downtown Manhattan und basiert teils auf Basquiat. 

 

1981

Von Februar bis April ist Basquiat an der New York/New Wave Ausstellung beteiligt, welche von Diego Cortez kuratiert und im P.S.1 des Institute for Art and Urban Resources in Long Island City (Queens) stattfindet. Im April findet im Mudd Club, New York die von Fab 5 Freddy und Futura 2000 organisierte Ausstellung Beyond Words: Graffiti Based-Rooted-Inspired Works statt. Basquiat nimmt unter seinem Pseudonym SAMO© teil. Im Mai reist er das erste Mal nach Europa, um in Italien seine erste Einzelausstellung unter dem Namen SAMO© in der Galleria d’Arte Emilio Mazzoli in Modena zu präsentieren. Einige kleinere Werke kommen aus New York, wobei die neun grossen Werke mit einem Format von je zwei auf vier Metern, in der Galerie in Modena vor der Eröffnung gemalt werden. Nach der Ausstellung übernimmt die Galeristin Annina Nosei acht dieser grossformatigen Werke für ihre Galerie nach Rom, wo sie vier davon an Bruno Bischofberger verkauft. Im November nimmt Basquiat an der Gruppenausstellung Public Address in der Annina Nosei Galerie in New York teil. Basquiat bespielt den gesamten hinteren Teil der Galerieräumlichkeiten. Nach dieser Ausstellung wird Annina Nosei Basquiats Hauptgaleristin. Da er über kein eigenes Arbeitsstudio verfügt, stellt sie Basquiat den Keller ihrer Galerie in der Prince Street als Arbeitsraum zur Verfügung. René Ricard veröffentlicht im Kunstmagazin Artforum «The Radiant Child», den ersten wichtigen Artikel über Basquiat. 

 

1982

Basquiat und Suzanne Mallouk ziehen im Januar in eine gemeinsame Wohnung an die 151 Crosby Street in SoHo. Von März bis April findet die erste Einzelausstellung Jean-Michel Basquiatin Amerika in der Annina Nosei Galerie, New York, statt. Gezeigt werden u.a. Werke wie Arroz con Pollo(1981), Crowns (Peso Neto) (1981),und Per Capita (1981). Er nimmt an der Gruppenausstellung Transavanguardia: Italia/Americateil, welche von Achille Bonito Oliva für die Galleria Civica del Comune, Modena kuratiert wird. Im April findet die zweite Einzelausstellung von Basquiat in der Galerie von Larry Gagosian, Los Angeles, statt mit Werken wie Six Crimee (1982), Untitled (LA Painting) (1982), und Untitled (Yellow Tar and Feathers) (1982). Im Mai beschliesst Basquiat sich von der Galerie Annina Nosei zu trennen. [1] Daraufhin wird Bruno Bischofberger, der Basquiat bis dahin noch nicht persönlich kennengelernt hatte, sein Hauptgalerist. Sie vereinbaren, dass Bischofberger der weltweite Exklusivhändler von Basquiats Werken wird – eine Vereinbarung, welche bis zu Basquiats frühem Tod währt. Auf Wunsch von Basquiat wird eine Partnergalerie in New York gesucht. Nachdem Basquiats Favorit Leo Castelli abgelehnt, willigt schliesslich Mary Boone nach einer einjährigen Bedenkzeit ein. 

      Im Juni nimmt Basquiat als jüngster der 176 teilnehmenden Künstler an der Documenta 7 in Kassel mit den Werken Acque Pericolose (Poison Oasis) (1981) und Arroz con Pollo (1981) teil. Im September findet die erste von sechs Einzelausstellungen zu seinen Lebzeiten in der Galerie Bruno Bischofberger in Zürich statt, unter anderen mit neuen Werken wie Profit I (1982), Man from Naples (1982), Crown Hotel (1982) und Four Big (1982). Am 5. Oktober nimmt Bruno Bischofberger Basquiat zu Andy Warhol, um die zwei Künstler formell einander vorzustellen und um ihn für ein Portraitfoto von Andy Warhol posieren zu lassen. Basquiat verlässt das Studio mit einem Polaroid Foto, das Bruno Bischofberger von den beiden Künstlern zusammen gemacht hat, um in seinem Atelier innerhalb von eineinhalb Stunden ein grossformatiges Gemälde Dos Cabezas (1982) zu malen, welches diese beiden Künstler zusammen darstellt. Das noch feuchte Gemälde lässt Basquiat von seinem Assistenten unmittelbar nach Fertigstellung als Geschenk an Andy Warhol überbringen. Im November stellt Basquiat in der Fun Gallery, New York, mit rund 30 Werken aus, darunter Cabeza (1982), Charles the First (1982) und Jawbone of an Ass (1982). Die meisten dieser Werke behält der Künstler für sich selber.

 

1983

Teilnahme an der Gruppenausstellung Champions in der Tony Shafrazi Galerie, New York. Im Februar findet die zweite Einzelausstellung in der Annina Nosei Galerie statt mit Werken aus dem Besitz der Galeristin, welche vor Juni 1982 entstanden sind. Im März findet eine weitere Einzelausstellung in der Larry Gagosian Galerie in Los Angeles statt mit Werken, welche aus der Galerie von Annina Nosei abgekauft wurden und Leihgaben aus der Galerie Bruno Bischofberger, wie Jack Johnson (1982), Horn Players (1983) und Eyes and Eggs (1983). Im März nimmt er mit den Gemälden Dutch Settlers (1982) und Untitled (Head in Profile) (1981) an der Biennale des Whitney Museum of American Art teil. Basquiat ist der jüngste unter den ausstellenden Künstlern. Durch seine neue Freundin Paige Powell, welche als Redakteurin für das Interview Magazinarbeitet wie auch durch Bruno Bischofberger, lernt Basquiat Andy Warhol näher kennen. Im April veranstaltet Powell in ihrer Wohnung eine kleine Ausstellung mit Basquiats Werken. Bischofberger mietet für Basquiat ein Loft von Andy Warhol in der Great Jones Street. Im Oktober findet die nächste Einzelausstellung in der Galerie Bruno Bischofberger in Zürich statt, darunter die Werke Hardware Store (1983), Maurice (1983), Toussaint l’Overture Versus Savonarola (1983) und Florence (1983). Im Oktober nimmt Basquiat mit vier Werken an der Ausstellung Expressive Painting after Picasso in der Galerie Beyeler, Basel teil: The Philistines (1982), Self-Portrait (1982), Stroll (1982) und BAP (1983). Seine Bilder hängen neben Werken von Pablo Picasso, Joan Miró, Jean Dubuffet, Willem de Kooning und Francis Bacon. Eines seiner ausgestellten Werke ziert den Umschlag des Ausstellungskataloges. Im November organisiert Bruno Bischofberger die erste Japan-Ausstellung für Basquiat in der Akira Ikeda Galerie, Tokyo. Im Verlauf eines der zahlreichen Besuche bei Bruno Bischofberger in St. Moritz sprechen die beiden über die zahlreichen Gemeinschaftsarbeiten von Künstlern in der Geschichte der Kunst, nachdem Basquiat zusammen mit Cora, der vierjährigen Tochter von Bischofberger, ein Gemälde in der Garage wie auch eine Zeichnung im Gästebuch realisiert hatte. Bischofberger unterbreitet Basquiat die Idee von Gemeinschaftsarbeiten mit Andy Warhol und einem weiteren Künstler. Basquiat ist begeistert von dieser Idee.

 

1984

Im Januar fliegt Basquiat nach Hana, Maui auf Hawaii und richtet sich dort ein Studio ein. Bischofberger schlägt seinen Galeriekünstlern Andy Warhol und Francesco Clemente das Projekt vor, 15 Gemeinschaftsarbeiten zusammen mit Basquiat zu erstellen, dem beide zustimmen und schon kurz darauf wird es in Angriff genommen. Im Mai findet die erste Einzelausstellung in der Mary Boone Galerie, New York, in Partnerschaft mit der Galerie Bruno Bischofberger statt. Werke wie Brown Spots (Portrait of Andy Warhol as a Banana) (1984), Wine of Babylon (1984) und Bird as Buddha (1984) werden gezeigt. Mit Bruno und dessen Frau Yoyo Bischofberger reist er anlässlich seiner ersten institutionellen Einzelausstellung in der Fruitmarket Gallery nach Edinburgh. Die Wanderausstellung reist danach weiter zum Institute of Contemporary Arts nach London und ins Museum Boijmans Van Beunningen nach Rotterdam. Im September werden die 15 Gemeinschaftsarbeiten von Basquiat, Warhol und Clemente in der Galerie Bruno Bischofberger in Zürich gezeigt, dazu erscheint ein Ausstellungkatalog. Basquiat beginnt sich Ende 1984 mit Jennifer Goode zu treffen, der Schwester von Christopher und Eric Goode, den Gründern des New Yorker Kunst-Nacht-Clubs Area. Die Fortsetzung von Gemeinschaftsarbeiten mit Andy Warhol allein bis Mitte 1985 ergibt eine stattliche Anzahl von über 100 Gemälden. Basquiat überzeugt Warhol davon, für dieses Konvolut die Siebdrucktechnik ruhen zu lassen und stattdessen wieder von Hand zu malen, wie er es in seinen Künstleranfängen in den Jahren 1961/62 getan hatte. Basquiat hingegen verwendet in vielen dieser Gemeinschaftswerke das Siebdruckverfahren. Im Dezember eröffnet 5/5 Figuration Libre, France-USA im Musée d’Art Moderne, Paris, organisiert von Otto Hahn und Hervé Perdriolle.

 

1985

Im Januar werden elf neue Werke, darunter P-Z (1984), Zydeco (1984), Max Roach (1984) und M (1984) in einer weiteren Einzelausstellung in der Galerie Bruno Bischofberger gezeigt. In der Akira Ikeda Galerie in Tokyo organisiert Bruno Bischofberger eine Ausstellung mit den Gemeinschaftswerken von Warhol, Basquiat und Clemente. Am 10. Februar erscheint Basquiat auf der Titelseite des New York Times Magazine, begleitend zum Artikel «New Art, New Money. The Marketing of an American Artist» von Cathleen McGuigans. Im März findet die zweite und zugleich letzte Einzelausstellung in der Mary Boone/Michael Werner Galerie in New York statt, in welcher die Werke Gold Griot (1984), Grillo (1984), und Wicker (1984) gezeigt werden. Im Mai erhalten Basquiat, Francesco Clemente, Keith Haring und Kenny Scharf auf Vermittlung von Henry Geldzahler einen Auftrag der Studio 54-Gründer Ian Schrager und Steve Rubell, deren neuen Club Palladium an der East 14th Street mit Kunstinstallationen auszustatten. Für die Eröffnung fertigt Basquiat zwei gigantische Wandbilder im Michael-Todd-Raum an. Die Galerie Bruno Bischofberger publiziert den Katalog Jean-Michel Basquiat: Drawings mit 32 Werken, welche im Winter 1982/83 entstanden waren und später unter dem Namen Daros Suite bekannt sind. Im September werden in der Tony Shafrazi Galerie unter dem Ausstellungstitel Andy Warhol and Jean-Michel Basquiat: Paintings 16 Gemeinschaftsgemälde ausgestellt, ausgeliehen von Bruno Bischofberger. Auf Shafrazis Anregung hin zeigt das Ausstellungsplakat Warhol und Basquiat in Boxerhaltung. Im Dezember organisiert Bruno Bischofberger eine Ausstellung mit Zeichnungen in der Akira Ikeda Galerie in Tokyo. Die Annina Nosei Galerie in New York zeigt Werke des Künstlers, welche vor Mai 1982 entstanden sind unter dem Titel: Jean-Michel Basquiat: Paintings from 1982.

 

1986

Im Januar reist Basquiat ein weiteres Mal nach Los Angeles für seine letzte Ausstellung in der Larry Gagosian Galerie, wo Peruvian Maid (1985) und J’s Milagro (1985) gezeigt werden. Im April findet eine weitere Einzelausstellung bei Bruno Bischofberger statt mit 25 von Basquiats besten Zeichnungen der Jahre 1984-1986. Im August findet die Ausstellung Jean-Michel Basquiat: Bilder 1984-86 in der Galerie Thaddeus Ropac in Salzburg statt und im September wird eine Auswahl der Gemeinschaftsgemälde von Warhol und Basquiat in der Galerie von Akira Ikeda in Tokyo gezeigt, beide durch Bruno Bischofberger organisiert. 

      Im Herbst reist Basquiat mit Jennifer und Eric Goode nach Abidjan an die Elfenbeinküste – sein erster und einziger Aufenthalt in Afrika. Dort treffen sie Yoyo und Bruno Bischofberger, der auf Basquiats Wunsch die Ausstellung Jean-Michel Basquiat am Centre Culturel Français in Abidjan organisiert. Anschliessend reisen alle zusammen nach Korhogo im Norden des Landes, wo sie Angehörige des Senufo Stammes kennenlernen. Die Beziehung zwischen Mary Boone und Basquiat verschlechtert sich. Im November eröffnet die zweite europäische Museums-Ausstellung in der Kestner-Gesellschaft Hannover mit über 60 Gemälden und Zeichnungen. Mit 25 Jahren ist Basquiat bis dato der jüngste Künstler, der je eine Einzelausstellung in der Kestner-Gesellschaft erhalten hat. Nachdem Basquiat an der Eröffnung der Museumsausstellung nicht erschienen ist, teilt er in einem Interview mit Isabelle Graw mit, dass Annina Nosei ihm ihren Keller zum Arbeiten offeriert hatte, da er «damals kein Atelier hatte» und das «schlechte daran war, dass sie unfertige Bilder verkaufte», trotz seines «Protestes». Er erwähnt, dass er die Galerie Mary Boone verlassen habe, da er «mit ihr nicht klargekommen» sei. Weiter erklärt er, dass er sich schützen möchte vor all diesen Kunstleuten und diese so wenig wie möglich zu sehen versuche.[2]

      Basquiat und Jennifer Goode trennen sich aufgrund seiner immer schlimmer werdenden Drogenprobleme. Im November zeigt Bruno Bischofberger zehn Gemeinschaftsarbeiten von Warhol und Basquiat.

 

1987

Im Januar findet die Ausstellung Jean-Michel Basquiat: Oeuvres récentes in der Galerie Daniel Templon, Paris, statt, mit Werken wie Gin Soaked Critic (1986), Gri Gri (1986), Mono (1986) und Sacred Monkey (1986). Im Februar organisiert Bruno Bischofberger die Ausstellung Jean-Michel Basquiat: New Worksin der Akira Ikeda Galerie, Tokyo. Andy Warhol stirbt am 22. Februar im Alter von 58 Jahren nach einer Gallenblasenoperation in New York Hospital. Basquiat malt im Andenken an seinen Freund das Werk Gravestone (1987). Im Juni wird eine Auswahl an Zeichnungen in der Galerie Ropac in Salzburg gezeigt.

 

1988

Im Januar stellt Basquiat sowohl in der Galerie Yvon Lambert in Paris aus, wo die Werke Riddle Me This Batman (1987), Light Blue Movers (1987) und She Installs Confidence and Picks his Brain like Salad (1987) gezeigt werden, wie auch in der Galerie Hans Mayer in Düsseldorf. Im Frühjahr bittet Basquiat Bruno Bischofberger in die Warhol Foundation zu gehen und Fred Hughes zu treffen, um Basquiats Hälfte der Zweier-Kollaborationen auszuwählen, welche Bruno Bischofberger nicht schon angekauft hatte. Nach der Auswahl verkauft er Bischofberger diese Hälfte. Die andere Hälfte der Werkgruppe wird durch die Warhol Foundation an Larry Gagosian verkauft, welcher die meisten davon während zweier Ausstellungen weiterverkauft. Im April findet eine Ausstellung in der Vrej Baghoomian Galerie, New York statt, unter anderem mit den Werken Riding with Death (1988), Eroica I (1988) und Eroica II (1988).

      Basquiat reist im Mai nach Maui, Hawaii, im Bestreben seine Drogensucht zu therapieren. Im Juni kehrt er nach New York zurück und bestätigt, seine Drogensucht erfolgreich bekämpft zu haben. Die letzte Ausstellung zu seinen Lebzeiten findet im Juni/Juli in der Galerie Thaddeus Ropac in Salzburg statt: Jean-Michel Basquiat: Paintings, Drawings

      Am Freitag, 12. August, 1988, stirbt Basquiat in seinem Loft an der Great Jones Street im Alter von 27 Jahren. Der Autopsie-Bericht des leitenden Untersuchungsarztes der Manhattan Leichenhalle nennt als Todesursache «akute Vergiftung durch verschiedene Drogen». Eine private Trauerfeier im engsten Familien- und Freundeskreis findet am 17. August in der Frank E. Campbell Trauerkapelle an der Madison Avenue und 81st Street statt. Basquiat wird auf dem Green-Wood Friedhof in Brooklyn beigesetzt. Bei der Gedenkveranstaltung am 5. November in der Saint Peter’s Kirche Ecke Lexington Avenue und 54th Street sind etwa 300 Freunde und Bewunderer des Künstlers anwesend. 

 

Museumsausstellungen nach 1988

1989 widmet die Kestner Gesellschaft Hannover eine Ausstellung dem graphischen Werk. Vier Jahre nach Basquiats Tod, 1992, findet im Musée Cantini, Marseille, die erste Retrospektive von Basquiats Lebenswerk statt. Seine erste Einzelausstellung in einem New Yorker Museum findet im Whitney Museum of American Art, New York statt, welche darauf in die Menil Collection nach Houston, in das Des Moines Art Center,Iowa und ins Montgomery Museum of Fine Arts, Alabama. Von da an organisieren weltweit namhafte Museen und Galerien Einzelausstellungen, welche Basquiat gewidmet sind, darunter die folgenden Museen in den Jahren: 

1993, FAE Musée d’Art Contemporain, Lausanne, Musée de la Seita, Paris; 1996, Serpentine Gallery, London, Museum Fridericianum, Kassel (Kollaborationen) (geht weiter ins Museum Villa Stuck, München, und Castello di Rivoli, Turin); 1997, Museo Nacional de Bellas Artes, Buenos Aires (geht weiter ins Museu de Arte Moderna, Recife, und Pinacoteca, Sao Paulo); 1999, Civico Museo Revoltella Galleria d’Arte Moderna, Triest; 2002, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía (Kollaborationen); 2004, Museu del Palacio de Bellas Artes, Mexico City; 2005, Brooklyn Museum of Art, New York (geht weiter ins Museum of Contemporary Art, Los Angeles, und ins Museum of Fine Arts, Houston), Museo de Arte Moderna, Lugano; 2006, Duolun Museum of Modern Art, Shanghai (geht weiter ins Beijing Imperial City Art Museum, Beijing); 2010, Fondation Beyeler, Basel (geht weiter ins  Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris); 2011, Arken Museum for Moderne Kunst, Ishøi (Kollaborationen); 2012, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn (Kollaborationen); 2013, Bank Austria Kunstforum, Wien (Kollaborationen); 2015, Art Gallery of Ontario, Toronto; 2017, Barbican Centre, London (geht weiter in die Schirn Kunsthalle, Frankfurt); 2018, Fondation Louis Vuitton, Paris.

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[1] Vgl. Auszug aus einem Interview von Isabelle Graw (IG) with Jean-Michel Basquiat (JMB), publiziert in Wolkenkratzer Art Journal, Frankfurt, Nr. 1, Januar-Februar 1987, S. 51 : «(IG) Deine Galeristen haben es nicht leicht mit Dir. Jetzt hast Du Dich von Mary Boone getrennt... (JMB) Ich kam mit ihr nicht zurecht.   (IG) Vorher musstest Du im Keller der Galeristin Annina Nosei Bilder produzieren... (JMB) Damals hatte ich kein Atelier. Die Galeristin bot mir ihren Keller als Arbeitsplatz an. Das schlechte an dieser Situation war, dass sie unfertige Bilder verkaufte. Sie sagte, dass jemand sich für das Bild interessiere und verkaufte es trotz meines Protests. Damals war ich jung, heute habe ich dazugelernt.    (IG) Fühlst Du Dich als Opfer?  (JMB) Yes.»

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[2] Vgl. ibid.

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