Peter Halley (1954)

Peter Halley wird am 24. September 1954 in New York als Sohn eines bekannten Politikers geboren. Seinen Bachelor erhält er von der Yale University 1975, seinen Master of Fine Arts 1978 von der University of New Orleans. Seit 1980 lebt Halley wieder in New York. Ab 1981 entwickelt er eine Malerei aus Leuchtfar­ben, in der geometrische Formen als Zeichen im Sinne von isolierenden Mauern und stereotypen Gebäuden untersucht werden. Das Quadrat als fetischisiertes Symbol der abstrakten Malerei beschäftigt Halley seit der Gymnasialzeit an der Phillips Academy in Andover, wo er durch seine Lehrer auf Josef Albers’ Interac­tion of Color stösst. So setzt er dem bis in die späten 1970er Jahre vorherrschenden Minimalismus ab 1981 klare, kritische Inhalte entgegen.

Prisons, Cells und Conduits heissen viele seiner Werke seitdem. Das Quadrat wird als Gefängnis und Wohnort untersucht. Dazu verwendet er Neonfarben der Firma Day-Glo mit dem Zusatz «Roll-a-Tex», der eine putzartige Oberfläche erzeugt; beide Materialien sind im US-amerikanischen Strassenbild alltäglich zu finden. «Ich war davon fasziniert», so Halley, «das Material ist für mich wertvoll in Bezug auf meine Untersuchungen des Sozialen».

Halley will seine Arbeiten wie Embleme verstanden wissen. Die «richtige» Lesart gibt der Künstler vor. Flankiert werden seine künstlerischen Arbeiten durch Essays, die 1988 in der Edition Bruno Bischofberger gesammelt erscheinen. Seine Schriften sind vom französischen Poststrukturalismus beeinflusst, hier vor allem von Jean Baudrillard und Michel Foucault. Halleys internationale Beachtung geht auf seine Ausstellung in der East Village Galerie International with Monu­ment im Jahr 1985 zurück. Sein Thema bleibt die Isolation, ob die einzelner Menschen im Gefängnis oder das Schicksal des Einzelnen in Arbeitsumgebungen aus kleinen Abteilen wie den «Cubicles» in Grossraumbüros. Seit den 1990er Jahren entstehen raumgreifende Installationen, in denen er Gemälde mit Organi­grammen und Emblemen fiktiver Unternehmen kombiniert. Es geht ihm zuneh­mend um Strukturen, die die Kultur von Arbeit und Freizeit bestimmen, den Menschen festlegen und eingrenzen: «Wir sind nicht länger isoliert […]. Leitun­gen aller Art kommen herein und führen hinaus, bringen uns Unterhaltung, frische Luft, Licht, Wasser und Musik. Diese Veränderung ist das wichtigste Ereignis der letzten 30 Jahre.»

Halley lebt heute in New York und bildet als Leiter des Art Department an der Yale University den künstlerischen Nachwuchs aus.

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