«Ich habe die Kunst der Antike und der Moderne studiert,

ohne jeglichen systematischen Spirit oder spezifische

Vorstellung. Ich versuchte nicht die einen oder anderen

kopieren oder imitieren; mein Gedanke war auch nicht

die verheerende Vorstellung von Kunst der Kunst zu Liebe.

Nein! I wollte ganz einfach vom gesamten Wissen der

Tradition malen und vom durchdachten und unabhängigen

Gefühl meiner eigenen Individualität.» Julian Schnabel, 2018

Julian Schnabel (1951)

Julian Schnabel wird am 26. Oktober 1951 in Brooklyn, New York, geboren. Als er 14 Jahre alt ist, zieht die Familie in das nahe der mexikanischen Grenze gelegene Brownsville. Von 1969 bis 1973 studiert er an der University of Houston, Texas, und schliesst mit dem Bachelor in Fine Arts ab. 1973 wird er in das Independent Studies Program des Whitney Museum of American Art in New York aufgenommen. Zeitweise arbeitet er als Sonnenbrillenverkäufer, Taxifahrer und Koch. Viele frühe Werke, die bis zur Mitte der 1970er Jahre entstehen, übermalt oder zerstört er später. Er lernt Blinky Palermo und  Sigmar Polke kennen, dessen Atelier er besucht, als er 1978 zum zweiten Mal fürmehrere Monate nach Europa reist. Im Anschluss an einen Barcelona-Aufenthalt entstehen die ersten «Plate Paintings» (Teller-Bilder), deren dramatisch fragmentierte, mosaikartige Zusammensetzung sich durch sein Gesamtwerk ziehen wird. Beide Einzelausstellungen 1979 in der New Yorker Mary Boone Gallery werden von der Kunstkritik als Wiederkehr der Malerei gefeiert. Zum künstlerischen Durchbruch Schnabels trägt die Biennale di Venezia 1980 und eine Doppelausstellung bei Leo Castelli und Mary Boone im Frühjahr 1981 bei. Die erste Ausstellung bei Bischofberger findet bereits im Juni 1980 statt. Als jüngster Künstler nimmt er 1981 an der legendären Ausstellung A New Spirit in Paintingin der Londoner Royal Academy teil. Damit beginnt der beispiellose Aufstieg eines öffentlichkeitsbewussten, sich exzentrisch darstellenden Malerstars. Schnabel integriert ab 1980 Materialien wie Samt ebenso wie ausgewaschene, verwitterte Hölzer oder Geweihe in seine grossformatigen Bilder.

Ab 1982 entstehen erste Bronzen; ab 1985 arbeitet er auf Persenning, wasserfesten Lastwagenplanen aus schwerer Baumwolle mit einer Vinylschicht. Neben antiken Zitaten und Symbolen wird weisse Schrift zu einem wichtigen Stilelement. Nach ersten Museumsausstellungen zu Beginn der 1980er Jahre tourt eine Retrospektive seiner Arbeit 1987 und 1988 durch Europa und Amerika. Für seine fast 5 x 5 Meter grossen und in den Folgejahren noch grösser werdenden Formate arbeitet er 1988 erstmals in einem Freilichtatelier in Montauk. Ab 1992 integriert er auch Fotografien in seine Materialbilder. Parallel zu seiner bildnerischen Arbeit beginnt Schnabel als Drehbuchautor und Regisseur eine zweite, international nicht minder erfolgreiche Karriere. Sein erster, dem frühverstorbenen Malerfreund gewidmete Film Basquiat von 1996 ist ein Porträt der New Yorker Kunstszene um ihn und Warhol, in dem Dennis Hopper Bruno Bischofberger darstellt. 2001 wird der Künstler auf dem Filmfestival von Venedig für Before Night Falls mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. 2006 erhält er in Cannes den Regiepreis für The Diving Bell and the Butterfly

Julian Schnabel lebt in New York.

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